• Kinderkonzert „S’Traumfr√§sserli

    Posted on März 24, 2022 by in Allgemein, Presse

    Wohler Anzeiger, 15.3.2022 von Klara Bosshart
    Die Kinder freuten sich riesig. Und nicht nur sie. Denn der Konzertfonds hat in Zusammenarbeit mit dem Sternensaal zum Kinderprogramm eingeladen. Die Erz√§hlerin Jolanda Steiner f√ľhrt Gross und Klein durch die wunderbare M√§rchenwelt vom ‚ÄěTraumfr√§sserli‚Äú.Untermalt wird die Geschichte von einem Ensemble des Z√ľrcher Kammerorchesters.

    Die Geschichte mit dazu passenden Liedern und Musik wird dem Publikum wie eine Zauberkugel pr√§sentiert. Da wird es mucksm√§uschenstill. Die Musik beginnt wie ein starker Pinselstrich, l√ľpfig, h√ľpfend, ja t√§nzerisch. Es spielen Kio Seiler und Anna Tchinaeva, Geige, Pierre Tissonnier, Bratsche, Silvia Rohner-Geiser, Cello und Silvan H√ľrlimann, Schlagzeug. Das Publikum wird in ein kleines K√∂nigreich entf√ľhrt, zu einem kleinen Schloss mit einem kleinen Schrank voll kleiner M√§use. Die ausdauerndsten Langschl√§fer sind K√∂nig und K√∂nigin in diesem Reich. Da wird die Musik langsam und vertr√§umt. Gleich zu Beginn fesselt Jolanda Steiner mit ihrer Art zu erz√§hlen, lebhaft, mit Pausen gespickt. Prinzessin Schlafwittchen schl√§ft tief und fest in ihrem Himmelbett. Draussen im Park singen V√∂gel und schon beginnen die Streicher das Pfeifen und Zwitschern der V√∂gel nachzuahmen. Die Kinder d√ľrfen raten. Amsel, Kuckuck, Nachtigall. Doch unerwartet will Schlafwittchen nicht mehr ins Bett, will nicht mehr schlafen. Es wird immer bleicher und d√ľnner. Die Musik dazu wird traurig, langsam. Und die Leute im K√∂nigreich beginnen zu reklamieren, denn Schlafen ist in diesem Reich das Wichtigste. Das Aufbegehren zeigen auch die Musiker. Trotzig spielt die Bratsche, fast w√ľtend das Cello. Es entwickelt sich ein Streit um die K√∂nigskrone. In diesem Durcheinander √ľberrascht der Fugencharakter in der Musik nicht. Die K√∂nigin versucht mit Geschichtenerz√§hlen die Prinzessin ins Bett zu bringen. Vielleicht hilft das Lied ‚ÄěIch gh√∂re es Gl√∂ggli‚Äú. Alle d√ľrfen mitsingen. Da merkt die K√∂nigin, dass ihre Tochter Angst vor b√∂sen Tr√§umen hat. Jede Nacht wird sie damit heimgesucht. Gespenstisch wird die Musik. In den Melodien sind b√∂se D√§monen und gruselige Fratzen versteckt. Doch der K√∂nig weiss, dass gegen b√∂se Tr√§ume etwas helfen muss. Zuerst werden alle Ratsherren des Reiches angefragt, dann alle Leute im K√∂nigreich und in den Nachbarsl√§ndern und nat√ľrlich die Kinder. Die Musik wird unheimlich. Krimi-Musik mischt sich ein. Niemand weiss richtigen Rat. Da macht sich der K√∂nig als Wandersmann auf in die weite Welt. Ein lebhaftes Lied erz√§hlt von der Wanderschaft. Fr√∂hlich ist die Stimmung. Wohin geht der Weg? Das Lied ‚ÄěLueget vo B√§rg und Tal‚Äú gibt einen Hinweis. Der K√∂nig ist in der Schweiz, in den Alpen, ja sogar in Wohlen. Mit Bahn und Auto geht es weiter. Die Musik erz√§hlt von neuen L√§ndern, von Afrika und China. Wundersch√∂n und passend ist die Musik. Da reisen alle gerne mit. Nun geht es mit einem Schiff √ľbers Meer bis ans Ende der Welt. Da findet der K√∂nig eine kleine Insel. In einer unwirtlichen Landschaft entdeckt er ein kleines, blaues Wesen. Es sieht aus als w√ľrde es mit dem Mondlicht tanzen. Mit seinem Lied vom Traumfr√§sserli stellt es sich vor. Es hat ein Hornmesser, eine Glasgabel und ein Schnappm√§ulchen und einen Riesenhunger. Doch es verschm√§ht alles, was ihm der K√∂nig aus dem Rucksack geben will, sogar Schokolade. Traurig erz√§hlt der K√∂nig von seiner Tochter. Und jetzt ist er am richtigen Ort, denn das Traumfr√§sserli hat Appetit auf b√∂se Tr√§ume. F√ľr die Prinzessin wird ein Brief geschrieben, dazu auch noch ein Spruch f√ľr die Reise. Zusammen gehen die beiden zur√ľck ins Schloss. Da gehen Hoffnung und tausend Erwartungen durch die Musik. Abwechslungsreich und spannend ist die R√ľckkehr. Die grossen Augen der Erz√§hlerin steigern die Spannung. Und sie fl√ľstert beim Erw√§hnen der b√∂sen Tr√§ume. Es ist so still, dass man das Fallen einer Stecknadel h√∂ren k√∂nnte. Die Prinzessin sagt den Zauberspruch auf und das Traumfr√§sserli erscheint. Ein gutes Ende naht, erz√§hlen die Musiker mit ihrer fr√∂hlichen Musik. Schnell ist der Rhythmus. Das Schlafwittchen geht wieder gern ins Bett, denn das Traumfr√§sserli verschlingt alle seine b√∂sen Tr√§ume, seine b√∂sen Geister und D√§monen. Die Musiker untermalen das Gl√ľck der Prinzessin.  Einfach herrlich, wie sie diese ausgelassene Stimmung gestalten. Feierlich wird die Musik. Sie gleicht einer markanten Tuschzeichnung, aber nicht in Schwarz und Weiss, sondern schillernd und gl√§nzend in allen Farben.

    Zum Schluss wird die Sternenkiste geöffnet. Jedes Kind darf ein Blatt mit dem Traumfrässerli-Spruch mitnehmen. Und einen Stern, der am liebsten Sonnenlicht isst. Alles ist gegen böse Träume, bei den Kleinen und den Grossen. Der Zauber hilft sicher.

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