• Die Schneek√∂nigin

    Posted on Oktober 26, 2013 by in Allgemein, Presse

    Wohler Anzeiger,  22. Oktober 2013
    von Klara Bosshart-Schwaller, Wohlen

    Konzert vom 20. Oktober, 11.00 Uhr, Sternensaal Wohlen

    Die Schneekönigin
    Musikmärchen
    Jolanda Steiner, Sprecherin

    bos. Wenn Kinderaugen voller Erwartungen sind, muss etwas Besonderes geschehen. Das passierte letzten Sonntag im Sternensaal. Schnell war der Saal bis auf den letzten Platz gef√ľllt.

    In Zusammenarbeit mit dem Sternensaal hat der Konzertfonds Wohlen Gross und Klein zu einem musikalischen M√§rchen eingeladen. Das M√§rchen ‚ÄěDie Schneek√∂nigin‚Äú von Hans Christian Andersen wird einerseits von Jolanda Steiner wunderbar erz√§hlt, andererseits von einem Bl√§serquintett zus√§tzlich untermalt. Es spielen Andrea Koll√©, Querfl√∂te; Heinrich M√§tzener, Klarinette; Andrea Siri, Horn; Rui Lopes, Fagott und Franziska van Ooyen Oboe und Englischhorn. Andrea Koll√© hat zusammen mit Jolanda Steiner die Musik ausgew√§hlt. Und sie passt. Es sind jeweils kurze St√ľcke verschiedener Komponisten. Zu diesem M√§rchen geh√∂rt eine Vorgeschichte. Ein Zauberspiegel mit b√∂sen Kr√§ften f√§llt auf die ¬†Erde herunter und zerbricht dabei in tausend St√ľcke. Wer von einem dieser Glassplitter getroffen wird, ist pl√∂tzlich verzaubert. Sehr lebhaft und anschaulich macht das die Geschichtenerz√§hlerin vor und beim Zusehen kann den Kleinen f√ľr einen Moment wirklich angst und bange werden. Doch schon entf√ľhren die Bl√§ser zusammen mit dem winterlichen B√ľhnenbild in den Norden. Die Musik ist t√§nzerisch, fr√∂hlich und fein gespickt mit √úberraschungseffekten. Die Kinder Gerda und Kai m√∂gen sich und spielen jeden Tag zusammen. Im Winter gehen sie schlitteln. Da trifft Kai ein Glassplitter vom Zauberspiegel. Aus dem lustigen Spielkameraden wird ein ungehobelter Bub. Gerda erkennt Kai nicht mehr. Subtil unterstreicht die Musik die Stimmung des M√§dchens. Entt√§uschung, Unverst√§ndnis und auch Traurigkeit dr√ľckt die Melodie aus. Da taucht ein besonderer Schlitten, gezogen von einem Eisb√§ren, auf. Die Musik dazu hat Tempo und einen rassigen Rhythmus. Im Schlitten sitzt die Schneek√∂nigin, kalt, starr und grau im Gesicht. Kai f√§hrt mit ihr im Schlitten mit und kommt schliesslich in ihr Reich. Die Schneek√∂nigin gibt Kai einen Kuss und nun vergisst der Junge alles. Zu Hause wird Kai vermisst. Die Wochen gehen dahin, der Schnee schmilzt, der Fr√ľhling naht. Herrlich wie hier eine Melodie aus der ¬†Peer Gynt Suite von Edward Grieg Fr√ľhlingsstimmung hervorzaubert. Die Erwartungen sind h√∂rbar. Die offenen, grossen Melodiebogen tragen dazu bei. Etwas wird geschehen. Gerda macht sich auf die Suche nach Kai. Sie fragt bei den V√∂geln, den W√ľrmern und f√§hrt schliesslich mit einem Boot auf einem breiten Fluss in ein neues, sch√∂nes Land, wo tausend Blumen bl√ľhen. Stimmungsvoll, ja voll Zauber ist die Musik dazu. Die meisten Musikst√ľcke sind bekannt. Sie geben Farbe und Leichtigkeit. Und sie sind von den f√ľnf Bl√§sern so ausdrucksvoll gespielt, dass sie sich schnell in die Herzen von Gross und Klein einschmeicheln. Viele Abenteuer warten auf Gerda. In einer ¬†unwirtlichen, verhexten Welt lernt sie auch das F√ľrchten. Da haben die Melodien etwas Kribbelndes, Gespenstisches. Eine Taube hilft dem M√§dchen weiter. Sie sagt ihm, dass Kai verzaubert ist und bei der Schneek√∂nigin im hohen Norden lebt. Ein Rentier nimmt Gerda mit. Die Musik gibt einen gem√§chlichen Takt an, zu welchem das Rentier gegen Norden schreitet. Fast erhaben, eben passend zum Rentier, ist die Melodie. Von einer alten Frau erf√§hrt Gerda, dass Kai ein gefrorenes Herz hat. Gerda dr√§ngt zur Eile. Und das √ľbernimmt sofort die Musik. Rassig wird sie, auch unheimlich, denn die Grenze zum Reich der Schneek√∂nigin kommt n√§her. Reibungen und Misst√∂ne k√ľnden diese Grenze ¬†an. Es wird k√§lter und die Kleinen schaudert es schier, denn die Erz√§hlerin und die Instrumente bringen ganz leise K√§lte und Starre zum Ausdruck. Da h√∂ren die Kinder in der Musik die Eiszapfen klirren. Nun f√ľhrt ein Engel Gerda zum Palast aus Eis und Schnee. Kai spielt darin wie ein Roboter, gef√ľhllos. Gerdas heisse Tr√§nen ber√ľhren Kais gefrorenes Herz. Schlagartig sagt die Musik, dass der b√∂se Zauber nun vor√ľber ist. Fr√∂hlich, ja h√ľpfend ist die Melodie. Sie hat auch etwas Mitreissendes, denn ungeduldig scharrend wartet das Rentier an der Grenze und f√ľhrt dann die beiden Kinder nach Hause. Im Dorf gibt es ein grosses Fest. Musik aus ‚ÄěSchwanensee‚Äú von Peter Tschaikowski bringt luftig und leicht die Freude zum Ausdruck und die Kinder werden ermuntert, dazu im Rhythmus mit zu klatschen.

    Zu einem M√§rchen, und vor allem zu einem Schloss, geh√∂rt eine Schatztruhe. Die ganze Zeit stand sie vorne auf der B√ľhne. Doch nun wird sie endlich ge√∂ffnet. F√ľr jedes Kind hat es einen glitzernden Gl√ľcksbringer darin. Nur einen, denn zwei davon w√ľrden Ungl√ľck bringen.

    So sollen diese Gl√ľcksbringer die Kinder schon bald in die kalte Jahreszeit begleiten.

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